Herzlich Willkommen beim Blog über unser Orgelprojekt #orgelgreiz2022

Auf dieser Seite sollen die Fortschritte der seit September 2021 laufenden Restaurierung der Greizer Kreutzbach-Jehmlich-Orgel protokolliert werden, um so den aktuellen Stand des Projekts nachverfolgen zu können. Aktuell wird ein Termin zur Fertigstellung für Dezember 2022 angestrebt.
In regelmäßigen Abständen werden die hier aufgelisteten Beiträge aktualisiert (der neueste Bericht steht jeweils ganz oben). Um die Fotos zu vergrößern bitte einfach das entsprechende Bild anklicken!

23. Mai 2022

Die ersten Pfeifen werden wieder eingebaut - und zwar die größten Pfeifen, welche gleichzeitig auch für die tiefsten Töne verantwortlich sind. Sie erreichen eine Höhe von bis zu 5,2 Metern und gehören zum gedackten Register Untersatz 32' (gedackt: der Pfeifenkörper ist am oberen Ende verschlossen).

Die pneumatischen Schleifenapparate (s. Beitrag vom 08. April 2022) haben ebenfalls ihren endgültigen Platz in der Orgel erhalten. Sie sind für die Schleifensteuerung der Pedalregister mittels Bälgen verantwortlich und wurden zuvor in der Freiburger Orgelbauwerkstatt denkmalgerecht restauriert. Sowohl diese Bälge als auch der Windkanal sowie Teile des neuen Blasebalgs sind dank des blauen Dichtungspapiers auf den Fotos 3-7 gut erkennbar.

Außerdem gab es noch ein paar weitere Ausbesserungen am Orgelgehäuse.

Das Team von "Freiburger Orgelbau" konnte (nach rund acht Wochen Arbeit) Ende Mai erneut eine Montagephase in der Greizer Stadtkirche abschließen. Nach aktuellen Planungen folgen die nächsten Schritte im Juli mit dem Einbau weiterer Pfeifen. Es bleibt spannend!

Herzliche Einladung zum Benefizkonzert am 17. Juni 2022, 19:30 Uhr, zugunsten der Restaurierung unserer Orgel! 

Fotos: Kirchengemeinde Greiz

20. April 2022

Eine Orgelrestaurierung besteht aus tausenden kleinen Arbeitsschritten - und das gilt nach den letzten Tagen umso mehr. Denn die Mitarbeiter von "Freiburger Orgelbau" sind zurzeit damit beschäftigt, die Magnetventile zu verbauen. Diese Ventile sitzen vor der Bälgchenleiste, welche den Arbeitswind zu allen Bälgchen ("Ledertaschen") transportiert, die zu einer Taste gehören. Wird eine Taste gedrückt, öffnet sich durch den ankommenden Wind das entsprechende Tonventil und alle Bälgchen für diesen einen Ton in jedem Register blasen sich auf und heben die Kegel für die einzelnen Pfeifen an (aber nur die Register, in deren Kanzellen sich Wind befindet, sind auch hörbar!). Dafür werden in unserer Orgel insgesamt 717 Wippmagnete benötigt. Die restlichen 96 Ventilmagnete sind stärker und öffnen die Schwanzventile in den Schleifladen der Pedalregister.

Auf den Bildern 4 - 6 sind die Arbeiten am Kanaltremulant der Schwebeflöte zu sehen. Bei diesem Register werden eigentlich die Pfeifen der Zartflöte 8' angespielt. Der charakteristische Schwebeflöten-Klang entsteht dann durch periodische Windschwankungen, die ein "Beben" bzw. Vibrieren in der Tonhöhe auslösen. Dazu strömt der Wind im Kasten durch ein Ventil (schräge Holzklappe), welches abwechselnd aufschwingt und durch ein federndes Gewicht (breiter Metalldraht) wieder zufällt.

Fotos: Kirchengemeinde Greiz

 

13. April 2022

Kurz vor Ostern herrscht Hochbetrieb auf unserer Orgelbaustelle. Für die Kegelventile der Manualpfeifen mussten ungeplant ca. 1500 Verbindungsstifte (auch 'Stecher' genannt) mit den Holzmuttern erneuert werden, weil viele der ursprünglichen Stecher stark angerostet waren und sich nicht mehr bewegen ließen. Die Stecher schieben bei Betätigung einer Taste das jeweilige Kegelventil nach oben, sodass Luft aus der Registerkanzelle in die Windführungen zu den Pfeifen gelangen kann.

Parallel dazu schleifen die Orgelbauer sämtliche Windkanäle ab, machen die Kanzellenmechanik gut gangbar und bessern rissige Stellen im Holz aus. Der Blasebalg wird ebenfalls neu beledert, sodass er endlich wieder die gesamte Luft in die Windkanäle führen kann und es keine undichten Stellen mehr gibt. 

Auf den Bildern 7 und 8 sind Entlüftungsklappen für Registerkanzellen zu sehen. Wenn der Organist später ein Register ausschaltet, wird die entsprechende Klappe mit dem Holzstecher hoch gehoben und die noch in der Kanzelle strömende Luft direkt abgeleitet ("entlüftet").

Demnächst sollen auch die Jalousieflügel im Schwellwerk besser abgedichtet werden; sie schließen nicht hundertprozentig ab.

Währenddessen sind wir sehr glücklich, dass im Februar die Sicherung der Orgelrückwand so gut umgesetzt werden konnte (u.a. dank unseres Hausmeister Reinhard Limmer). Bei all der noch bevorstehenden Arbeit sind die bereits erreichten Fortschritte an der Orgel deutlich sichtbar.

Fotos: Kirchengemeinde Greiz

11. April 2022

Hier wird gerade ein Zimmer frei...
Seit Jahren schon machte der alte, reparaturanfällige Greika-Motor Probleme. Trotz seines "Verstecks" hinter einer großen schallgedämpften Tür auf der ersten Empore, war dieses monströse Gerät zudem alles andere als leise. Grund genug diesen Motor im Zuge der Restaurierung auszutauschen. Unter den wachsamen Augen des bekannten Organisten Matthias Eisenberg, der uns bereits seit längerem bei unserem Orgelprojekt unterstützt, konnten die vier Orgelbauer den unhandlichen Motor bergen und ihn mit der Hebebühne von der Empore schaffen. Seine letzte Ruhe fand der alte Greika-Motor auf einem Schrottplatz in Mohlsdorf.
Sein Nachfolger wird zukünftig direkt im Untergehäuse der Orgel platziert sein. Die passende Motorkiste steht dafür schon bereit (siehe Eintrag vom 28. März 2022).

Fotos: Kirchengemeinde Greiz

 

08. April 2022

Die erste große Montagephase hat begonnen! Zunächst steht die Reinigung und Restaurierung der Pfeifenstöcke und der Pfeifenrastbretter an. Auch die größte Pfeife der gesamten Orgel - Ton c des Registers Untersatz 32' - muss vor Ort bearbeitet werden; diese Pfeife war schlichtweg zu groß für den Transport in die Werkstatt.

Im Kirchenschiff stehen die pneumatischen Schleifenapparate (für das Pedalwerk) bereit, deren Restaurierung schon abgeschlossen ist (siehe letzten beiden Bilder). Sie sind eine echte Besonderheit unseres Instruments, denn das Pedalwerk besitzt Schleifladen, die eigentlich mechanisch über bewegliche Winkel und Wippen bedient werden. Als im Jahr 1919 die Firma Jehmlich die Greizer Orgel umbaute und erweiterte, stellte sie die Traktur auf Pneumatik um, beließ jedoch auch die Schleifen in den Pedalregistern. Dadurch war es notwendig, die ursprüngliche Mechanik zur Schleifensteuerung schließlich mit Bälgen zu ersetzen. Damit die Bälge genügend Kraft zum Verschieben der Schleifen haben, reichte die Luft von einem Balg allein jeweils nicht aus, sodass kleinere Hilfsbälge (siehe letztes Bild) zusätzlich Luft in die größeren Bälge pumpen können. Das blaue Papier auf den Bälgen dient der Luftabdichtung.

Fotos: Kirchengemeinde Greiz

 

28. März 2022

Vor dem Ausbau unserer restaurierungsbedürftigen Kreutzbach-Jehmlich-Orgel war bei jedem Einsatz des Instruments ein charakteristisches Geräusch hörbar: das Aufheulen des Motors nach dem Einschalten der Orgel. Der aus Greika-Beständen stammende Motor wurde hinter einer schallgedämpften Tür an der Rückseite der 1. Empore (direkt unter der Orgel) verbaut und betrieb das Gebläse, welches für den nötigen Wind im Windkanal sorgt. Der Motor war jedoch nicht nur laut (trotz Schalldämpfung), sondern durch sein Alter auch entsprechend reparaturanfällig. Die Instandsetzung gestaltete sich immer wieder kompliziert, nicht zuletzt durch die Lage des Motors.
In der restaurierten Orgel streben wir eine passendere Lösung an. Ein komplett neuer, wesentlich leiserer Motor wird in einer Motorkiste (Bild 1) direkt im Instrument installiert. Dadurch wird das gesamte Gebläsesystem deutlich übersichtlicher und die Lärmbelästigung reduziert.

Auf den restlichen Bildern sieht man in der Orgelwerkstatt die Pfeifen der Register Oktav 4' (dunkle Farbe, alter Bestand) und Gedacktbass 8' (helle Farbe, neu konstruiert). Diese Register teilen sich fortan aus Platzgründen einen Pfeifenstock.

Fotos: Freiburger Orgelbau

05. März 2022

Bereits vor zwei Wochen erreichten uns neue Bilder aus der Freiburger Orgelbauwerkstatt. Sie zeigen die Fortschritte an den Einzelbestandteilen der Windlade für die Pedalregister. Diese Windlade basiert bei unserer Orgel auf einer Schleiflade. In diesem Fall geschieht das Ein- und Ausschalten eines jeden Registers über verschiebbare Holzleisten (die "Schleifen"), welche von den Registerzügen des Spieltischs gesteuert werden. Die Aktivierung der Register wird elektro-mechanisch, u.a. über sogenannte Wippen (s. Bild 2), an die Schleifen übertragen. Neben der Schleiflade gibt es noch weitere Ladenformen, wie z.B. die Kegellade. In unserer Orgel arbeiten die Windladen der drei Manuale mit solchen Kegelladen.
Auf Bild 3 sind im Ventilkasten die Tonventile zu sehen, welche den Wind in die jeweilige Tonkanzelle transportieren. 

Währenddessen konnte die "Rinn & Volkland GbR" die Restaurierungsarbeiten am Orgelgehäuse weitestgehend abschließen. Durch die gründliche Reinigung der Oberfläche sowie die Ausbesserung von Schäden an Gehäuse und Goldverzierungen wirkt das Orgelgehäuse viel frischer und geradezu majestätisch. Der Einbau von Windladen, Traktur und Pfeifen kann beginnen!

Fotos: Freiburger Orgelbau (Fotos 1-3), Kirchengemeinde Greiz

15. Februar 2022

Der obere Abschnitt des Orgelgehäuses ist bereits in Stand gesetzt; alle Oberflächen sind gereinigt und gewachst; die Farbe, die Goldverzierungen und der Stuck  (z.B. an den Säulenkapitellen) sind ebenfalls erneuert. Diese Arbeiten der "Rinn & Volkland GbR" verliefen schneller als geplant, wodurch ein Teil des Gerüsts eher abgebaut werden kann. Das Ergebnis ist beeindruckend und auch auf den Bildern gut erkennbar: Unsere Orgel beginnt regelrecht zu strahlen.
Es folgen nun die Restaurierungen der Gehäusewände und -säulen im unteren Bereich.

Außerdem hat unser Hausmeister Reinhard Limmer die Sicherungsbohrungen in der Rückwand abgeschlossen und unterstützt die Arbeiten an den Kapitellen. 

Fotos: Kirchengemeinde Greiz

03. Februar 2022

Die Überarbeitung des Orgelgehäuses durch "Rinn & Volkland GbR" geht voran. Bisher wird die Oberfläche des Gehäuses "nur" gereinigt und gewachst; dennoch ist bereits eine deutliche Verbesserung zu sehen. Die Farben auf dem Holz sind klarer und heller (s. zweites Bild). Unglaublich, wie das Gehäuse in den letzten 100 Jahren verschmutzt ist.

Dennoch reicht putzen allein nicht und es dürften auch bald Ausbesserungen notwendig sein, besonders an den Goldverzierungen.

Währenddessen melden die Orgelbauer aus Freiburg, dass der Zustand der Pfeifen noch schlimmer ist als gedacht. Um die dadurch größer werdende Finanzierungslücke (35 000 - 50 000 €, je nach Fördermittelzusagen) schließen zu können, hoffen wir weiterhin auf Spenden. Das Spendenkonto lautet:
Evang. Kirchgemeinde Greiz, IBAN DE18 8305 0000 0000 6015 51,
Verwendungszweck: Orgelsanierung Stadtkirche

Der bisher angepeilte Termin zur Fertigstellung des gesamten Projekts kann, nach aktuellem Stand, gehalten werden und liegt in der diesjährigen Adventszeit.

Fotos: Kirchengemeinde Greiz

27. Januar 2022

Nun ging es ganz schnell: die komplette Orgel ist für die nächsten Arbeitsschritte eingerüstet. An der Rückwand des Instruments sind bereits beim Pfeifenausbau mehrere Risse im Putz aufgefallen. Um die Stabilität der Orgelempore zu gewährleisten und eine erneute Rissbildung in dieser Wand zu verhindern, kümmert sich Herr Limmer um sichernde Bohrungen, die schräg ins Mauerwerk führen sollen sowie um einen neuen Putz.
Bei der Begehung der fast komplett ausgeräumten Orgel fallen immer wieder alte Notizzettel auf, die teils aus den 1930er Jahren stammen oder noch älter sind. Daran sieht man, dass ein derart bedeutendes Instrument eine Aufgabe für viele Generationen ist und vorherige Restaurierungen oder Umbauten stets im Kontext der damals vorherrschenden Sachkenntnis bewertet werden müssen!

Erstmals starten zudem auch Arbeiten am Orgelgehäuse, dessen Optik ebenfalls großen Einfluss darauf hat, wie das fertige Instrument schließlich wirkt. Wir freuen uns, dass diese Aufgaben die Firma Rinn & Volkland GbR (Eisenberg), Fachbetrieb für Denkmalpflege, übernimmt.

Unser Kantor Ralf Stiller ist jedenfalls voll zufrieden mit den Fortschritten der Orgelrestaurierung! :)

Fotos: Kirchengemeinde Greiz

18. Januar 2022

Zum zweiten Mal kommen die Mitarbeiter von "Freiburger Orgelbau" nach Greiz, um Orgelteile abzubauen und in die Werkstatt zu bringen. Dieses Mal sind die verbleibenden Prospektpfeifen dran, deren Höhen teilweise über 5 Meter betragen. Dank einiger ehrenamtlicher Helfer, unserem Kantor Ralf Stiller sowie unserem Hausmeister Reinhard Limmer konnten nach und nach die Pfeifen aus der Halterung gelöst und auf die Orgelempore abgesenkt werden. Da die Hebebühne zu viel Platz beim Aufbau benötigen würde, lassen die Helfer jetzt die Pfeifen vorsichtig per Seil und mit viel Achtsamkeit in den Kirchraum hinunter, um sie von da aus in den Transporter zu verladen.

Außerdem müssen die tiefen und schweren Holzpfeifen, die im hintersten Teil der Orgel stehen, verschoben werden. Der Platz ist notwendig, damit Herr Limmer den Putz an der Rückwand erneuern sowie stabilisierende Arbeiten durchführen kann.

Fotos: A. Schöpe, Thorsten Heckmann, Freiburger Orgelbau (letzten zwei Fotos)

 

 

 

 

 

 

Anfang Januar 2022

Zu Beginn des neuen Jahres übernimmt unser Hausmeister Reinhard Limmer die Aufgabe, die ca. 15 cm hohe Stufe auf der Orgelempore wegzureißen. Dieses scheinbar kleine Detail wird in Zukunft deutliche Auswirkungen auf das Musizieren haben, da der neue Spieltisch dann unkompliziert je nach Bedarf in die passendste Position geschoben werden kann. Insbesondere bei Aufführungen, wo sich neben dem Organisten auch andere Instrumentalisten oder Sänger auf der Orgelempore aufhalten, erleichtert die fehlende Stufe die Aufstellung und die Organisation der Musiker.

Foto: Reinhard Limmer

30. November 2021

Es gibt wieder Neuigkeiten aus Freiburg - die Arbeiten an den Pfeifen haben begonnen! Zu Beginn müssen die über 3000 Pfeifen sortiert werden, damit sich anschließend die Orgelbauer ein genaues Bild vom Zustand jedes Pfeifenkörpers machen können. All dies wird vor allem von Chefintonateur Reiner Janke geleitet und betreut. Er arbeitet für jedes Register ein Intonationskonzept aus, sodass sich sowohl Tonhöhe als auch Klangfarbe jeder Pfeife in den späteren Gesamtorgelklang gut einfügen. Der Intonateur passt dafür mehrere Faktoren einer jeden Pfeife an, z.B. Labiumbreite, Fußlochgröße oder Aufschnitthöhe. Diese Parameter beeinflussen wiederum Pfeifenansprache, Tonkraft, Klangschärfe sowie Verschmelzungsfähigkeit des Pfeifenklangs.

Parallel dazu werden alle Lederteile erneuert, die Schleifladen (= Bauteile zur Registersteuerung) restauriert und die Magnete (zur Schleifensteuerung) ersetzt. Hinzu kommt die Reinigung der Zungennüsse (bzw. -köpfe), welche mit Bleizucker (Korrosion) befallen sind (s. letztes Bild).

Fotos: Freiburger Orgelbau

19. Oktober 2021

Wir bekommen erste Bilder aus der Orgelwerkstatt. Während die Pfeifen zunächst in Regalen eingelagert werden, beginnt die Überarbeitung der ersten pneumatischen Teile sowie der Bälge. Die dringend nötige Reinigung der Orgelpfeifen kann erst im November anfangen, da "Freiburger Orgelbau" zunächst vier andere Orgelprojekte in Deutschland (u.a. die Chororgel in Kahla) abschließen muss. Erst wenn die Pfeifen geputzt sind und etwaige Schäden ausgebessert werden konnten, ist es möglich ab Dezember mit der Intonation zu beginnen.

Aktuell ist geplant, die restaurierten Teile im Frühjahr 2022 zurück nach Greiz zu bringen, um dann auch die Restaurierungsarbeiten an den Windladen der Orgel vor Ort durchzuführen.

Fotos: Freiburger Orgelbau

01. Oktober 2021

Der Ausbau aller Orgelteile ist voll im Gang. Die Mitarbeiter von "Freiburger Orgelbau" holen noch eine Woche lang Ventile, Relais, Schleifen, Pfeifenrastbretter und vor allem die über 3700 Pfeifen aus der Orgel heraus. Um die großen Lasten von der Orgelempore hinunter in den Kirchraum transportieren zu können, ist eine spezielle Hebebühne notwendig (s. erstes Bild). Die größten Pfeifen (32') verbleiben im Instrument und sollen vor Ort restauriert werden. Das Prospekt bleibt zunächst größtenteils bestehen und folgt im neuen Jahr den anderen Pfeifen nach Freiburg. 

Dank vieler Gemeindemitglieder war zudem die Unterbringung und Versorgung der Orgelbauer gewährleistet, die sich in unserer Stadt sehr wohl fühlten.

Fotos: Kirchengemeinde Greiz

September 2021

Bald geht es los - zur Dokumentation werden noch ein paar letzte Bilder aus der alten Orgel aufgenommen. Auf dem ersten Blick sehen viele Bereiche im Gehäuse noch vergleichsweise ordentlich aus; die meisten Schäden und Unzulänglichkeiten bemerkt man erst bei genauerer Betrachtung: Lose Kabel, alte Relais, zerdrückte Windkanäle, defekte Schwellersteuerung und undichte Ventile. Auch dass mehrere hundert Pfeifen beschädigt oder massiv verstimmt sind, kann man zunächst in den geordneten Registerreihen nicht erkennen. Doch Gemeindemitglieder, Organisten, Orgelsachverständige und Orgelbauer sind sich einig - dieses Instrument muss gründlich und aufwendig überarbeitet werden.

Die Zeit des Wartens ist nun vorbei, denn schon in der nächsten Woche beginnen die Arbeiten. Wir sind sehr gespannt, wie das Innere der Orgel nach der Restaurierung aussieht.

Dezember 2019

Endlich ist es geschafft! Seit Mitte des Monats ist der Vertrag zur Restaurierung der Greizer Kreutzbach-Jehmlich-Orgel unterschrieben und die Finanzierung gesichert. Wir sind stolz, dass wir für unser Projekt die Orgelbaufirma „Hartwig & Tilman Späth“ aus Freiburg gewinnen konnten. Das international erfolgreiche Unternehmen wird die Arbeiten am Instrument voraussichtlich im Jahr 2022 abschließen.

Der Weg bis zu diesem Zwischenerfolg war sehr lang. Schon vor 20 Jahren machten sich die damaligen Mitglieder des Kirchbauvereins Gedanken bezüglich der erforderlichen baulichen Maßnahmen an der Orgel. Wesentlich Intensiviert wurden diese Bemühungen ab 2013 durch Kantor Ralf Stiller und Pfarrer Michael Riedel, mit Unterstützung von Dr. Olaf Geidel und dem Orgelsachverständigen Stefan Feig, die sich für die Umsetzung der dringend notwendigen Restaurierung einsetzten. Zahllose Schreiben und Formulare an verschiedenste Ämter und Gremien mussten in den vergangenen sechs Jahren (!) verschickt sowie lange Verhandlungen geführt werden. Auch wenn es noch zwei Jahre dauert, sind wir unglaublich froh, der Kirchgemeinde Greiz sowie allen Greizern und Musikinteressierten bald ein vollständig überarbeitetes Instrument vorstellen zu dürfen, welches dann nach mehreren Jahrzehnten des Verfalls endlich wieder seine klanglichen Möglichkeiten voll ausschöpfen kann.