Die Gottesackerkirche steht, wie ihr Name schon sagt, auf dem alten Friedhof der Stadt Greiz und fügt sich mit ihrer besonderen Architektur sensibel in diese historisch gewachsene Umgebung ein. Der 1913 im schlichten Jugendstil errichtete Bau erhebt sich auf den Grundmauern der alten Gottesackerkirche und ruht auf einem Natursteinsockel. Durch die Hanglage tritt der Keller zum Kirchhof geschosshoch hervor, während vorgelagerte Arkaden die Saalkirche tragen und zugleich den Blick in den umgebenden Freiraum öffnen. So entsteht eine gelungene Verbindung zwischen Gebäude und dem ehemaligen Alten Friedhof.

Die Kirche überzeugt durch ihre klare Formensprache des Jugendstils, die sich sowohl außen als auch innen nahezu unverändert erhalten hat – ein echter Glücksfall. Die Putzfassade und die historische Inneneinrichtung vermitteln bis heute einen authentischen Eindruck der Bauzeit.

Gestalterische Akzente setzen vor allem die großen, dreigeteilten Fenster im Querschiff, die innen wie außen wirken. An der Außenfassade werden sie durch Jugendstil-typischen Baudekor an den Fenstergewänden besonders hervorgehoben. Auch die Ostapsis mit ihrer geschwungenen Trauflinie und dem ovalen Fenster prägt das Erscheinungsbild.

Bei genauerem Hinsehen entdeckt man zudem feine Details wie die beiden kleinen Reliefs an Straßen- und Hoffront. Sie zeigen Tier- und Pflanzenmotive und spiegeln typische Schmuckelemente des Jugendstils wider. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die kunstvollen Buntglasfenster: Neben religiösen Symbolen erzählen sie von der Baugeschichte der Kirche und erinnern an ihre Stifter. Entworfen und ausgeführt wurden sie von der renommierten Anstalt für Glasmalerei und Kunstverglasung Wilhelm Franke aus Naumburg (Saale).

Auch heute wird die Gottesackerkirche weiterhin genutzt: In den Sommermonaten finden hier vereinzelt Gottesdienste und andere Veranstaltungen statt. Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte unserem Gemeindeblatt und der Webseite.